Café KÖbner im Wandel der Zeit



Wir feiern 25 Jahre Café KÖbner

Am 14./15. Mai haben wir an zwei Tagen in Köbners Kirche mit über 25 eingeladenen Gästen das 25-jährige Jubiläum unseres Cafés gefeiert.

I. Samstagnachmittag: "Café KÖbner im Wandel der Zeit - die 3 Phasen der Café-Arbeit"

A. Die erste Phase: Neuanfang der Jugendarbeit (Bericht von Guido Weishaupt)

Das Café ist aus einer evangelistischen Jugendwoche im April 1986 mit Pastor Michael Noss hervorgegangen, als die Jugendarbeit der Gemeinde wieder einmal in eine Krise hineingeraten war. Da diese Woche viele Jugendliche anzog und die ganze Gemeinde mitmachte und inspiriert wurde, beschloss die Gemeinde, eine neue, ansprechende Art von Jugendarbeit anzufangen und dies u. a. durch das Angebot von Getränken, Kuchen und einer einfachen Speise an jedem Samstagnachmittag und -abend. Das ging in den vorhandenen Räumlichkeiten einige Monate recht gut, war aber für die Mitarbeiter sehr aufwändig, da die Räume hinter dem Kirchenraum jeden Samstag hergerichtet und dann spät abends für den gemeindlichen Gebrauch zurückgebaut werden mussten.

B. Die zweite Phase: Konsolidierung (Uwe Salewski)

Da der Zustrom von Jugendlichen aus der Stadt stark blieb, die Wartezeiten für die Bedienung immer länger wurden und die notwendigen Umräumarbeiten jeden Samstag sehr lästig waren, beschloss die Gemeinde zwei Jahre nach dem Neuanfang, die Räume unten im Anbau hinter der Kirche für die neue Situation umzubauen und neu einzurichten. So wurde der hintere Raum vergrößert und zu einem richtigen Café ausgebaut.

In den Monaten des Umbaus ging die Jugendarbeit oben fast normal weiter; nun allerdings auch mit einigen Spielen drinnen und draußen und mit Musik im Hintergrund. Einmal pro Monat wurde ein besinnlich-spiritueller oder unterhaltsamer Teil für alle eingebaut. Die Besucher waren 16 bis 24 Jahre alt und kamen z.T. auch aus anderen Gemeinden. In den 90-er Jahren fanden mehrere Jugend-Freizeiten statt. An ihnen nahmen auch viele Nichtgemeindemitglieder teil. In der zweiten Hälfte der 90-er Jahre bekam die Jugendarbeit dann neue geistliche Impulse und großen Zuwachs durch Lina Grapentin, die viele Jugendliche aus ihrer Schule ins Café KÖbner mitbrachte. In der Küche hat vor allem Birgit Wegstroth für das leibliche Wohl gesorgt. Im Servicebereich haben sich viele Gemeindejugendliche, aber auch treue Gäste des Cafes beteiligt, bei der Leitung der Arbeit neben Uwe Salewski Lina Grapentin, Mario und Esther Radomski, Ralf Langenbach, Helmut Hoffmann u. a. Natürlich hat auch Pastor Wilfried Rohmann viele Beiträge geleistet.

C. Die dritte Phase: Kultur-Café für alle Generationen (Karin Weishaupt)

Anfang des neuen Jahrtausends verlor die Jugendarbeit zunehmend an Mitarbeit, Elan und Wirkung. Da schlug unser damaliger Pastor Holger Kelbert Anfang 2003 vor, die Café-Arbeit für alle Generationen zu öffnen und etwas für die allgemeine Weiterbildung und Kommunikationsbasis von Gemeindemitgliedern und Außenstehenden anzubieten. Nach dem Weggang von Kelberts übernahm Karin Weishaupt diese Aufgabe.

Karin stellte uns die behandelten Themen der 11 Jahre Caféarbeit sehr übersichtlich und zusammenfassend in 20 Kulturbereichen dar. Ich beschränke mich hier auf die Nennung der 14 wichtigsten Bereiche: Mission und Christenverfolgung, Landeskunde/Völkerkunde, Internationale Kultur, Reiseberichte, Geschichte, Musik, Schriftsteller, Lesungen, Theater, Kunst, Naturwissenschaft/Technik, Psychologie/Lebensberatung, Ethik/Weltverantwortung, Praktisches. Für dieses vielfältige, interessante Programm und die damit verbundenen Arbeit gebührt Karin der Dank der ganzen Gemeinde. Mir selbst tut es leid, dass ich aus unterschiedlichen Gründen etwa die Hälfte der Kulturabende versäumt habe. Das waren für mich auch versäumte Chancen, andere Leute (Gäste) kennen zu lernen.

Ein Video von Peter Krebs von der evangelistischen Jugendwoche und ein leckeres Kuchen-Buffet rundeten den Nachmittag ab, und wir hatten noch viel Zeit für Gespräche mit Gästen und Gemeindemitgliedern.

II. Evangelistischer Jugendabend: "The making of your life" (Michael Noss)

III. Gottesdienst: "Aufbrechen - losgehen" (Michael Noss u.a.)

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen und Gemeinden. Die Jünger waren nach dem Tode Jesu voller Angst und Unsicherheit und versteckten sich in Jerusalem oder flüchteten nach Galiläa. Höchstwahrscheinlich beschuldigten sie sich gegenseitig und hatten sich dann nichts mehr zu sagen. Doch plötzlich trat Jesus durch die verschlossene Tür in ihre Mitte und redete sie an mit dem Friedensgruß "Schalom". Keine Vorwürfe, keine Bestrafung; Jesu Liebe kannte und kennt keine Grenzen, sie überwindet Mauern und Herzen. Bei Jesus ging und geht es immer in erster Linie um Frieden und Barmherzigkeit. Die Jünger erwachten aus ihrer Angst, Erstarrung und Ratlosigkeit; sie wurden erleichtert und froh durch Jesu Erscheinung. Jesus zeigte seine Wundmale und beauftragte sie, seine Botschafter zu sein unter allen Menschen und sagte ihnen zu, dass er immer unsichtbar bei ihnen sein werde. Das erfuhren sie dann bald danach in Galiläa am See Genezareth.

Gemeinde ist kein Selbstzweck. Es geht nicht nur um unser persönliches Seelenheil, es geht um das Reich Gottes auf der ganzen Erde, unter allen Völkern. Wir sollen als Einzelne und Gemeinde Einladende sein und Freunde, Bekannte, Verwandte, Kolleg/inn/en an die Hand nehmen und nach Hause und in die Gemeinde Jesu Christi mitnehmen, damit auch sie zu der Erkenntnis der Wahrheit und zum Leben im Kraftfeld Gottes kommen. Ermutigt sie, ihr Leben mit Jesus und Gott zu wagen! Erzählt ihnen von euren Erfahrungen!

So predigte Pastor Noss und ermutigte uns, wachsam, kreativ und lernbereit zu bleiben, um unsere Chancen zu erkennen und vorwärts zu gehen. Nach dem Gottesdienst haben wir dann zusammen das Mittagessen eingenommen und dabei allerlei Einzelgespräche geführt.

Meiner Meinung nach war das Ganze eine gelungene, schöne, harmonische und ermutigende Jubiläumsfeier. Gott und allen Mitwirkenden sei dafür herzlich gedankt!

  Lutz Röcke, teilweise nach Notizen von Daniel Salewski; Fotos: Ulrich Jöster