Focusing



"Das komische Gefühl im Bauch - und was es unserem Glauben zu sagen hat" - ein Mitmach-Angebot

Manchmal "weiß" unser Körper etwas, was unserem Verstand noch nicht recht klar ist. Wir haben ein "komisches Gefühl im Bauch", und plötzlich wissen wir die Antwort auf eine Frage, nach der wir lange gesucht haben.

Die Beobachtung, dass wir über die Wahrnehmung von Körperempfindungen zu Lösungen kommen können, die mit den Verstand nicht oder nicht so leicht zu finden sind, machte sich vor etwa 50 Jahren der amerikanische Philosoph und Psychologe Eugene T. Gendlin zunutze, und er entwickelte daraus die Methode des Focusing, in deren Zentrum die Konzentration auf Signale des Körpers steht. Sie wird in der klientenzentrierten Psychotherapie eingesetzt, aber sie ist ohne psychologische Grundkenntnisse erlernbar und unter anderem bei der Bewältigung von Alltagssituationen einsetzbar, zum Beispiel bei schwierigen Entscheidungen.

Peter Lincoln, Dozent am Stephansstift in Hannover und Pastor unseres Bundes, fördert den Einsatz dieser Methode im geistlichen Bereich. In seinem Buch "Wie der Glaube zum Körper findet" und in seinen Seminaren beschreibt er, wie man Focusing nutzen kann, um sich Bibeltexte ganz anders zu erschließen als über den üblichen Weg, der vom Verstand dominiert wird.

Das haben wir am 9.7.2011 im Café ausprobiert. Nach einer kurzen Vorstellung, was Focusing bedeutet, haben wir uns einem Bibeltext auf eine andere Art als gewöhnlich genähert und einen Versuch gewagt, den ich selbst während eines Seminar in Hannover mitgemacht habe und der für mich zu einem überraschenden Ergebnis geführt hat. Diesmal ging es also nicht darum, einem Vortrag zuzuhören, sondern ums Mitmachen.

  Karin Weishaupt