Natürliche Haut- und Haarpflege



Alles klar mit Haut und Haar?

Was hat das Thema natürliche Haut- und Haarpflege in einer Kirche zu suchen? Was zunächst nach einer ganz praktischen Beratung aussah, entpuppte sich bald als Thema mit einem geistlichen Aspekt: Wie gehen wir so mit der Schöpfung - und unserem Körper als Teil davon - um, dass sie bewahrt und nicht mehr geschädigt wird, als unvermeidbar ist? Jedes Reinigungsmittel gelangt über das Abwasser in die Umwelt, sodass ein sparsamer Verbrauch und eine gezielte Auswahl zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur gehören. Konkret ging es am 12.11.2011 im Café KÖbner um die Frage, wie wir unsere Haut und unser Haar so pflegen, dass sie gesund bleiben oder sich von Schädigungen erholen.

Die Referentin Birgit Winkel stellte eindrucksvoll dar, wie sie durch persönliches Erleben zu den Themen Ernährungs- und Gesundheitsberatung gekommen war. Während einer schwerwiegenden Erkrankung, die sie mit 38 Jahren arbeitsunfähig zu machen schien, begab sie sich auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten, die die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren, und erlangte darüber nach einigen Monaten ihre Arbeitsfähigkeit wieder. Heute ist sie nebenberuflich als Farb- und Stilberaterin sowie als Gesundheitsberaterin tätig.

Eine gesunde Ernährung hat einen sehr weit gehenden Einfluss auf den ganzen Körper; so entsteht kein Schweißgeruch bei vollwertiger Ernährung, vorausgesetzt man trägt Kleidung aus natürlichen Materialien und benutzt kein Deo. Durch Deos wird das Schwitzen blockiert, und Giftstoffe werden in der Haut abgelagert und kommen über den Stoffwechsel in den Körper. Auch Haarfärbemittel, die häufig Allergien und Hautreizungen verursachen und außerdem krebserregend sind, gelangen in den ganzen Körper; man hat bei Frauen mit Totaloperationen Färbemittel in der Gebärmutter nachweisen können. Pflegeprodukte wirken also längst nicht nur äußerlich auf den Körper ein.Ein interessanter Hinweis bestand darin, dass Duschgels und Shampoos vom Aufbau her identisch sind. Außerdem hat der Mensch überall dieselbe Haut bis auf Fußsohlen und Handflächen. Es ist also unnötig, eine Vielzahl von Pflegeprodukten zu benutzen, Sparsamkeit ist immer angesagt und außerdem noch gut für die Umwelt. Es gibt ein ganz simples Qualitätsmerkmal: Wenn die Liste der Bestandteile so klein gedruckt ist, dass sie kaum noch lesbar ist, und wenn sie eine Fülle von schwer verständlichen lateinischen und englischen Bezeichnungen enthält, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass der/die Verbraucher/in diese besser nicht zur Kenntnis nehmen sollte.

Alle Reinigungsmittel enthalten Tenside, also Fettlösemittel. Die aggressivsten sind Lauretsulfate; wer diese oder auch PPG oder PEG - aus Giftgas gewonnen - in der Liste der Bestandteile findet, sollte das Produkt lieber meiden. Betaine dagegen sind mildere Tenside, am besten sind Zuckertenside, also Glucosid oder Ähnliches.

Das sind Beispiele für die zahlreichen Informationen und Tipps, die Birgit Winkel uns im Café gab und die recht nachdenklicher machten! Vermutlich haben einige hinterher untersucht, was in ihrem Bad herumsteht, und waren reichlich erschrocken... Die Werbeindustrie hat eben einiges Geschick darin, auch Produkte zu vermarkten, die unter dem Aspekt einer gesunden und umweltbewussten Lebensweise eher nicht zu empfehlen sind. Die Referentin geht davon aus, dass wir heutzutage dermaßen vielen Umweltbelastungen ausgesetzt sind, dass wir wenigstens da Einfluss nehmen sollten, wo es uns möglich ist, also bei der Ernährung und bei der Auswahl von Reinigungs- und Pflegeprodukten - eine gute Einstellung, auch wenn Naturprodukte in der Regel etwas teurer sind als herkömmliche. Durch einen sparsameren Verbrauch relativiert sich der Unterschied aber häufig wieder.

  Karin Weishaupt