Das war einer der Kernsätze im Vortrag von Kornelia Völling am 12.2.2011 im Café KÖbner, als sie das Thema "Umgang mit Lebenskrisen" am Bild des Baus von Windmühlen behandelte. Den Wind kann man nicht verbieten, aber man kann Mühlen bauen, um seine Kraft nutzbar zu machen, damit etwas Gutes daraus entsteht.
Das Entscheidende ist, den Blick weg von der Gefahr hin zur Chance zu wenden. Lebenskrisen sind entscheidungsreife Lebenslagen, in denen es gilt, der Krise aktiv zu begegnen; Unentschlossenheit ist Folter für die Seele. Weiter gilt es, durchzuhalten, nicht auszuweichen und Gott in die Krise einzubeziehen. Wir können ihm alles vor die Füße werfen, was uns Not macht, und unsere eigene Schwäche eingestehen; dann bekommt er die Möglichkeit, daraus etwas zu machen. Hilfreich ist oft auch die Frage: "Will ich in fünf Jahren so leben, wie ich jetzt lebe?" Was soll anders werden? Dabei ist es wichtig, mit dem Material zu arbeiten, das zur Verfügung steht.
An den Beispielen, mit denen Kornelia Völling ihre Aussagen illustrierte, wurde deutlich, dass sie weiß, wovon sie spricht, und dass ihre Tipps nicht nur aus der Theorie stammen: Sie hat ein behindertes Kind, und ihr Mann leidet unter einen Krebserkrankung – wer es schafft, solche Krisen im eigenen Leben zu meistern, kann eigene Erfahrungen an andere weitergeben und wirkt dabei glaubhaft und authentisch.
Krisen sind oft erst im nach hinein zu verstehen, sie hinterlassen "Leid(t)linien" auf der Seele und im Gesicht. Allen Besucherinnen und Besuchern des Cafés ist zu wünschen, dass sie etwas mitnehmen konnten, damit ihr Leid - gegenwärtiges, vergangenes oder auch zukünftiges - zur "Leitlinie" wird, die Orientierung im eigenen Leben oder auch für andere Menschen liefert.
Karin Weishaupt