Diesen Rat bekamen wir am 28.4.2012 im Café KÖbner von Dorothee Walther. Die Chirurgin, die einige Zeit in der Mission in Equador tätig war, arbeitet zurzeit als Ärztin im Schlaflabor und kennt sich daher Schlafstörungen, ihren Ursachen, ihren Folgen und Möglichkeiten ihrer Behebung bestens aus.
Sie räumte mit einigen Vorurteilen auf: 7 bis 8 Stunden sind die durchschnittliche tägliche Schlafdauer, auch bei älteren Menschen; diese schlafen oft nachts weniger, weil sie einen Teil ihres Schlafbedürfnissen durch den Mittagsschlaf decken, in der Summe brauchen sie nicht weniger Schlaf als jüngere. Ältere Menschen schlafen oft schlechter, weil sie häufiger zur Toilette müssen, auch nachts; das Umgekehrte gilt aber auch: Wer durch eine Therapie einen besseren Schlaf erreicht, muss plötzlich seltener aufstehen. Schnarchen ist nicht nur störend für andere, sondern auch ungesund, weil es zu einer vorzeitigen Verkalkung der Halsschlagadern führen kann.
Wer nicht einschlafen oder durchschlafen kann, unter Tagesmüdigkeit leidet oder sogar schon den vor allem im Straßenverkehr so gefährlichen Sekundenschlaf erlebt hat, sollte abklären lassen, ob es eine organische Ursache für diese Schlafstörungen gibt. Häufig reicht eine Reduzierung des Körpergewichts oder der Verzicht auf Alkohol, um besser schlafen zu können. In vielen Fällen sind Atemaussetzer das Problem, das mit einer Schlafmaske gelöst werden kann. Bei psychischen Ursachen riet Dorothee Walther dringend zu einer Beratung oder Therapie. Sie möchte mit ihren Vorträgen erreichen, dass Menschen die Verantwortung für ihr Leben übernehmen und bestehende Probleme angehen.
In ihren fachlich fundierten Vortrag bezog sie den Aspekt des Glaubens ein: "Der dich behütet schläft nicht" - welch eine Beruhigung, dass Gott keinen Schlaf braucht und ständig über uns wacht! Daher kann es hilfreich sein, in wachen Phasen nachts mit dem Hirten zu sprechen, anstatt Schäfchen zu zählen; das ist nutzlos und führt nicht weiter.
Dank an Dorothee Walther für ihren kompetenten, lebendigen Vortrag und an die Gäste, die zum Teil sehr offen persönliche Fragen in die Schlussdiskussion einbrachten!
Karin Weishaupt