Das Kinderfrühstück auf Gut-für-Wuppertal.de

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Liebe Geschwister und Freunde von Köbners Kirche,


ich grüße euch herzlich am heutigen Israelsonntag 2020.


Wir freuen uns sehr, dass heute der zweite Gottesdienst nach der langen Corona-Pause stattfinden kann. Wir feiern heute das Abendmahl. Außerdem findet am Nachmittag unsere Jahresgemeindestunde statt, die im März wegen der Kontaktbeschränkungen nicht stattfinden konnte.

Gleichwohl sind wir besorgt über die aktuelle Entwicklung und die in vielen Ländern - auch in Deutschland - wieder steigenden Infektionszahlen. Außer den Gottesdiensten fallen im Moment noch alle Gemeindeveranstaltungen aus und für die Gottesdienste halten wir uns an das strikte Sicherheitskonzept, welches Regelungen zu den notwendigen Abständen, den Hygienevorschriften und den Registrierungspflichten enthält. Danke, dass ihr euch an die Regelungen haltet. Wir sind sehr froh, dass bisher alle von Corona verschont geblieben sind.

„Höre Israel, der Herr ist unser Gott“ (5. Mose 6,4) - so beginnt das „Schema Israel“, das Grundbekenntnis des Volkes Israel. Heute, am Israelsonntag, denken wir an das Verhältnis und die bleibende Verbindung zwischen Christentum und Judentum. Israel – ein von Konflikten gebeuteltes Land. Eine grauenvolle Geschichte, die Deutschland und Israel trennt und verbindet. Israel – Ursprung des Christentums, verachtet und idealisiert, bewundert und verfolgt. All diese Facetten spielen am „Israelsonntag“ eine Rolle.
Der Israelsonntag erinnert seit dem 16. Jahrhundert an den Gedenktag der Zerstörungen des Jerusalemer Tempels. Doch während in der Vergangenheit die Überlegenheit des Christentums demonstriert wurde, stehen heute die Trauer über das Unrecht, das den Juden angetan wurde, sowie die heutigen guten Beziehungen zwischen Juden- und Christentum im Vordergrund. So kann der Israelsonntag auf verschiedene Weisen begangen werden: Als Bußtag, als Gedenktag der Zerstörung Jerusalems oder als Tag der Besinnung auf die Verbundenheit zwischen Juden und Christen. Denn vieles von dem, was Jesus gelehrt hat, ist nur aus dem Judentum zu verstehen: So die Frage nach dem höchsten Gebot oder die Bedeutung des Gesetzes. Das Volk Israel spielt eine herausragende Rolle in der Geschichte Gottes mit den Menschen. Und auch wenn wir nicht wissen, was Gottes Plan mit den beiden Religionen ist, so bleibt Israel doch Gottes auserwähltes Volk.
Wohl jeder, der das Land Israel einmal besucht hat, ist tief ergriffen von den heiligen Stätten und Landschaften, in denen sich die in der Bibel bezeugte Geschichte Gottes mit den Menschen ereignet hat. Niemand bleibt unberührt von Orten wie dem See Genezareth, Jerusalem, dem Ölberg, Golgatha, bei deren Besuch das Leben und Wirken und Leiden Jesu vor dem inneren Auge lebendig wird.
Und ebensowenig bleibt man unberührt von dem Schicksal des jüdischen Volkes, wenn man die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht, in der der Verfolgung und Vernichtung der Juden im Dritten Reich gedacht wird.
Über viele Jahrhunderte - nicht erst im 20. Jahrhundert - lebte und litt das jüdische Volk in der Diaspora, in der Zerstreuung über die ganze Welt verteilt. Da verwundert mich etwas der Wochenspruch für die kommende Woche:
"Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!“ (Psalm 33,12)
Wirklich "wohl" ist es dem Volk Gottes doch in den vielen Jahrhunderten nicht ergangen! Doch dieser Psalm 33 ist ein „Loblied auf Gottes Macht und Hilfe“ und er richtet sich an „alle Welt“ (Vers 5), also auch an uns, an dich und mich. Nehmen wir den Aufruf Davids ernst. Vertrauen wir auf Gottes Zusagen und auf seine Hilfe. Ehren wir seinen Namen und achten wir sein auserwähltes Volk Israel. Dann dürfen wir mit David bitten: „Deine Güte, Herr, sei über uns, die wir auf dich hoffen.“ (Vers 22).
Zum Schluss noch ein Wort zur aktuellen Lage im heutigen Staat Israel: Sicher kann man über politische Entscheidungen, Entwicklungen und Positionen geteilter Meinung sein, und die Berichte über Spannungen und Gewalt beherrschen die Nachrichten, die uns fast täglich erreichen. Aber bitte beachtet die Zeichen und Taten  der Hoffnung und des Friedens. Wie z.B. gemeinsame jüdische und palestinensische Firmen im Westjordanland. Wie die Stiftung „Seeds of hope“ nahe Jericho u.v.m. Gewiss ist auch die Tatsache, dass Israel aktuell über dreißig Jahre nach den Friedensverträgen mit Ägypten und Jordanien nun auch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAR) diplomatische Beziehungen aufnimmt, ein Hoffnungsschimmer. Bitte betet für Israel und für Frieden im Nahen Osten.

Lied des Tages: Großer Gott, wir loben dich (Feiern & Loben Nr. 30)
 
Hatikva:
 

Herzliche Grüße und Segenswünsche und eine gute Woche!

Helmut Hoffmann

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



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