Köbners Kirche: Gestatten, mein Name ist Köbners Kirche - oder auch Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Wuppertal-Barmen.
Mensch 2002: Und ich bin ein neugieriger Mensch des Jahres 2002. Freut mich, Sie kennen zu lernen! Wissen Sie, ich lebe ja schon lange in Wuppertal, aber diese Kirche hier ist mir erst in den letzten Jahren so richtig aufgefallen.
Köbners Kirche: Kein Wunder! Ich selbst werde zwar im November 2002 stolze 150 Jahre alt und das schöne neugotische Kirchengebäude ist nur vier Jahre jünger. Aber bis zum Jahr 2000 habe ich mich ein wenig hinter einen Zaun zurückgezogen und der Blick fiel beim Vorbeifahren eher auf eine Schmieröl-Reklame am Nachbarhaus als auf mich. Dankenswerterweise haben aber meine Mitglieder umfangreiche Renovierungsmaßnahmen durchgeführt und dabei mein durchaus attraktives Äußeres viel besser zu Geltung gebracht. Statt der häßlichen Reklame sieht man jetzt viel eher die Fahne mit meinem schönen Logo und dann mich selbst.
Mensch 2002: Richtig, auch dieses Logo ist mir in der letzten Zeit gehäuft auf Plakaten in der Wuppertaler Innenstadt begegnet. Das gibt es doch auch noch gar nicht so lange, oder?
Köbners Kirche: Sie haben eine gute Beobachtungsgabe. Also: ich habe vor einigen Jahren mit den verschiedensten Maßnahmen begonnen, auf mich aufmerksam zu machen, eine einladende Gemeinde zu werden. Nicht, dass solche Gedanken völlig neu waren; wie jede Kirche habe auch ich mich immer bemüht, anziehend auf andere Menschen zu wirken. Aber es gab schon ein paar magere Jahre, in denen meine Mitgliederzahl immer weiter zurückging.
Das war - negativ gesehen - der Anlass, intensiv über Gegenmaßnahmen nachzudenken. Positiv gesprochen: ich bin der festen Überzeugung, auch den Menschen im Jahr 2002 und später etwas zu bieten zu haben. Ich möchte sie auf Jesus Christus aufmerksam machen und auf Gottes Wort, das auch dem heutigen Menschen gilt. Nur: von alleine kommen die Menschen nicht. Man muss schon gezielte Maßnahmen ergreifen, um in den vielfältigen Angeboten aufzufallen oder auch Menschen - junge Menschen vor allem - anzusprechen, die eigentlich zu gar nichts Lust haben.
Daher habe ich Verschiedenes unternommen: Ich habe ein Leitbild erarbeitet, um mir selbst bewusst zu machen, was ich will und was ich den Menschen zu sagen habe. Für die Öffentlichkeitsarbeit habe ich mit professioneller Beratung ein Logo und ein einheitliches Erscheinungsbild für alle meine Veröffentlichungen erarbeitet, das zum Beispiel auf die Plakate angewandt wird, die Ihnen in der Stadt aufgefallen sind. Ich nutze den Rundfunk und das Internet, um auf mich aufmerksam zu machen. Kennen Sie meine Adresse im Internet? Unter www.koebners-kirche.de finden Sie immer aktuelle Informationen, was gerade bei mir los ist, und viele Fotos, die einen Eindruck von meinen Veranstaltungen vermitteln.
Apropos Veranstaltungen: zu irgendetwas muss ich ja einladen. Selbstverständlich können Sie gern zu meinen Gottesdiensten oder in die verschiedenen Gruppen kommen - ich freue mich über jeden Gast! Allerdings sind diese eher "frommen" Veranstaltungen oft nicht so gut geeignet, um kirchendistanzierte Menschen zu interessieren. Daher biete ich die Veranstaltungsreihe "FREIZeit" an. Das ist auch ein Gottesdienst, aber zu einer "christlicheren Zeit" als gerade am Sonntagmorgen, wenn viele ausschlafen wollen. "FREIZeit" findet am Samstagabend um 18 Uhr statt und wird mit viel Liebe und Fantasie so gestaltet, dass sich da nun jeder und jede wohl fühlen kann. Nach einem interessanten Programm mit viel Musik, aber auch einem gehörigen Tiefgang wird ein preiswertes Abendessen angeboten. Sie müssen einfach mal kommen, um sich einen wirklichen Eindruck zu verschaffen!
Mensch 2002: Das klingt ja alles unglaublich modern und attraktiv! Was haben Sie gesagt: Internet, Leitbild, Logo? Und das alles bei Ihrem Alter?
Köbners Kirche: Richtig, am 17. November 2002 ist mein 150. Geburtstag!
Mensch 2002: Dann müssen Sie mir aber jetzt mal genauer erklären, wie es zu dem gekommen ist, was Sie mir gerade erzählt haben! Was sind Ihre Wurzeln? Wie fing das alles an?
Köbners Kirche: Das will ich gern tun! Fangen wir doch mal damit an, was zur Zeit meiner Gründung in Wuppertal um mich herum los war!
